Im Auftrag des Transitforums Austria-Tirol verfasste das Süddeutsche Institut für nachhaltiges Wirtschaften und Oeko-Logistik GmbH eine äusserst wertvolle Studien zum Zusammenhang von Transportverkehrswachstum und Arbeitslosigkeit. In der BRD, in Österreich und in der EU insgesamt ist ein starkes Wachstum der Transporte und ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit zu beobachten. In der BRD ist von 1991-1996 der Lkw-Verkehr (gemessen in Fahrzeug-Kilometern) um knapp 20% gewachsen. Das Bruttosozialprodukt ist demgegenüber um 3.7% gewachsen und die Zahl der Beschäftigen um 2% gesunken. Die Reallöhne nahmen um 4.5% ab. Für Österreich sehen die Zahlen ähnlich aus: Während der Lkw-Verkehr um 30% zunahm, sank das Bruttoinlandprodukt um 7,5%. Seit 95 sinken die realen Nettoeinkommen. Die Arbeitslosigkeit nahm zu. In der EU gibt es keine Statistiken bezüglich Lkw-Kilometer. Der Transitverkehr - durch Österreich und die Schweiz als Stellvertreter betrachtet - nahm um 30% zu. Das Bruttoinlandprodukt nimmt leicht zu, die Beschäftigung nimmt um ca. 3 Millionen Stellen ab. Die Realeinkommen sinken.
Die schädlichen Auswirkungen des Transportverkehrs für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die Lebensqualitiät werden dadurch gerechtfertigt, dass der Handel ökonomisch vorteilhaft sei. Die genannten Zahlen sollten skeptisch stimmen. In der Tat führt der Bau von Fernstrassen zu betrieblichen Konzentrationsprozessen. Je billiger der Transport ist, desto eher kann man Skalenersparnisse ausnützen (Skalenersparnisse sind Kostensenkungen, die sich durch grössere Produktionsmengen ergeben).
Die Autoren stellen in der Studie auch alternative Perspektiven dar, in denen die Kostenerhöhung für Transporte eine wesentliche Rolle spielt.
Stephan Brückl, Walter Molt, Kostenwahrheit: Verkehrsinfrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung, im Auftrag vom Transitforum Austria-Tirol, Süddeutsches Institut für nachhaltiges Wirtschaften und Oeko-Logistik GmbH, Friedberger Strasse 41, D-86150 Augsburg, Tel: 49 821 562357, Fax: 49 821 562326
