Krisenherd Europa

Das Buch beschreibt in allgemeinverständlicher Sprache die Krisenherde Europas und zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft. Gleichzeitig wird (selbst-)kritisch das Verhältnis der Linken zur "nationalen Frage" analysiert. Beschrieben werden nicht nur der Balkankonflikt, sondern auch die Konkflikte in Osteuropa und Nordirland. Deutschland erscheint als das Land, das aus nationalstischen Gründen die Wiedervereinigungsideologie über 40 Jahre lang hochgehalten hatte. Die Ideologie der "Nationalen Einheit" ist heute mehr als die "Soziale Markwirtschaft" zum ideologischen Kitt Deutschlands geworden. 25 % der ungarisch sprechenden Menschen sind 1918 aus Ungarn ausgegrenzt worden und leben heute in den Nachbarländer. Wenn sich die BRD heute unter dem Vorwand, dass es die Interessen von Deutschstämmigen wahrnehmen will, in die Politik der osteuropäischen Länder einmischt und gleichzeitig erklärt, die Bundeswehr müsse für Einsätze im erweiterten geographischen Umfeld einsatzfähig sein, darf man sich nicht wundern, wenn dann Ungarn dasselbe tut - und Bulgarien sich Sorgen macht um BulgarenInnen in den Nachbarländern, die Türkei um TürkenInnen in Bulgarien, usw. Das Buch beschreibt, wie durch das Entstehen neuer Krisengebiete, neuer Staaten und neuer Armeen sich die europäische Staatenstruktur der Situation vor dem 1. Weltkrieg nähert. axt.

A. Komlosy et al, Krisenherd Europa. Nationalismus, Regionalismus, Krieg, Die Werkstatt, Göttingen 1994

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