Kurzinfos Februar 2015


Der Fisch stinkt vom Kopf her

Im Dezember 2014 haben die für Fischerei zuständigen MinisterInnen der 28 EU-Mitgliedstaaten neue Fangquoten für Fischbestände im Nordostatlantik festgelegt und die Fortsetzung der Überfischung beschlossen.

Die EU-Kommission hatte bereits im Oktober Fanggrenzen vorgeschlagen die größtenteils den vorliegenden wissenschaftlichen Empfehlungen und der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) entsprachen. Die europäischen FischereiministerInnen haben nun die zulässigen Gesamtfangmengen für 2015 im Nordostatlantik und angrenzenden Gewässern beschlossen. In mehr als der Hälfte der Nordsee-Fischbestände liegen die Fangmengen über den wissenschaftlichen Empfehlungen. Für den europäischen Umwelt- und Fischereikommissar Karmenu Vella ist die Einigung dennoch ein gutes Ergebnis. Es zeige, dass eine schonende Bewirtschaftung der Fischbestände mittlerweile breit akzeptiert sei.

Uta Bellion, Direktorin des Europäischen Meeresprogramms der Pew Charitable Trusts, fordert Karmenu Vella auf, als Hüter der reformierten GFP sein Bestmögliches zu tun, die Überfischung innerhalb der vereinbarten Fristen zu beenden. Auch Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF, ist empört: "Das Nachhaltigkeitsziel wurde über Bord geworfen. Mit diesem blamablen Verhandlungsergebnis legen die Minister das Messer ans Herz der Reform."

Es ist die erste Einigung nach der Reform der EU-Fischereipolitik. Die Reform sieht vor, die Überfischung aller Fischbestände bis spätestens 2020 zu beenden. Umwelt aktuell, Februar 2015, S. 26


Jeder vierte Europäer ist zu viel schädlichem Verkehrslärm ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Umweltagentur in ihrem in Kopenhagen veröffentlichten Bericht "Lärm in Europa 2014". Demnach leben geschätzt 125 Millionen Menschen mit einem Geräuschpegel von mehr als 55 Dezibel. Zu viel Krach könne sowohl körperliche als auch psychische Auswirkungen haben, so die Forscher. In etwa 10.000 Fällen jährlich sei Umgebungslärm sogar Ursache für einen vorzeitigen Tod. Bei 900.000 Menschen sei ein lärmbedingter Bluthochdruck festgestellt worden.

Der Straßenverkehr ist dem Bericht zufolge die dominierende Bedrohung, sowohl aufgrund seiner geografischen Ausdehnung als auch durch die Anzahl von Menschen, auf die er wirke. Aber auch Eisenbahnen, Flughäfen und die Industrie seien große Lärmquellen. Die Umweltagentur fordert, dass Lärmbelastung bei Planung und Bau neuer Infrastruktur stärker berücksichtigt wird.

Faktoren wie wirtschaftliches Wachstum, die zunehmende Urbanisierung, der Ausbau der Fernstraßen und die Steigerung der industriellen Produktion seien eine große Herausforderung in dem Bemühen, die europäische Klanglandschaft zu schützen. Umwelt Aktuell, Februar 2015, S. 11

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