Umweltschutz und Umweltqualität als Standortfaktor

Weil die osteuropäischen Länder der EU beitreten wollten, lohne es sich für EU-Betriebe und -Konzerne nicht, in diesen Ländern umweltschädigende Industrien aufzubauen, da unsicher sei, wann dort die EU-Bestimmungen zur Anwendung kämen. Zu den Stärken dieser Länder gehöre die Verfügbarkeit von Flächen. Allerdings bestünden Infrastrukturengpässe, insbesondere in den Bereichen Verkehr und Telekommunikation. Den geringen Mitspracherechten der Bevölkerung und den dadurch vereinfachten Genehmigungsverfahren stünde die Gefahr der politischen Instabilität auf Grund wachsender sozialer Probleme gegenüber. Standortverlagerungen aus der BRD in Entwicklungsländer erfolgten nicht wegen tieferen Umweltstandards. Die diesbezüglichen Anteile an den Produktionskosten lägen recht tief (1990 durchschnittlich 5,9 % der Produktionskosten).

Karin Robinet/Rainer Lucas, Umweltschutz und Umweltqualität als Standortfaktor, Marburg, Schüren, Studie der Hans-Böckler-Stiftung in der Reihe "Standort-Debatte".

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